06.Oktober 2007
Centropa Wien, das Goldstein-Goren-Zentrum für Jüdische Studien in Bukarest und IDEE laden all Interessierten herzlich ein zur Eröffnung der Ausstellung “Jewish Witness to a Romanian Country”
am 8. Oktober, 17 Uhr im Rathaus Hermannstadt
Es sprechen:
- Klaus-Werner Johannis, Bürgermeister der Stadt
- Sergiu Nistor, Staatssektretär am Kultusministerium
- Martin Eichinger, Botschafter der Republik Österreich
- Edward Serotta, Direktor von Centropa Wien
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25.Mai 2007
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Die jüngere Vergangenheit der Deutschen im östlichen und südöstlichen Teil Europas ist in den letzten Jahren wiederholt Gegenstand von Auseinandersetzungen gewesen. Osteuropäische Staaten haben aus unterschiedlichen Anlässen auf die NS-Sympathien der »Volksdeutschen« zwischen 1933 und 1945 hingewiesen, während von bundesdeutscher Seite die Geschichte der Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg in die Debatte gebracht wurde. Was aber ist wirklich über das Verhalten der Deutschen in diesen Regionen Europas bekannt? Für das Gebiet von Rumänien bietet nun der vorliegende Band Antworten auf diese Frage. So zeigt sich, dass sowohl die erste als auch die größte SS-Auslandsrekrutierung bei den deutschen Gruppen in Rumänien stattfand. Der freiwillige Eintritt der Rumäniendeutschen in die Waffen-SS kann dabei nicht nur als eine Unterstützung NS-Deutschlands - trotz oder wegen Hitlers - gewertet werden, sondern auch als Reaktion auf den Nationalismus des Heimatstaates und als ein deutliches Zeichen gegen das sowjetische System stalinistischer Prägung. >>> weiterlesen
08.Juni 2006
„Was wollt ihr hier“, verwundert sich der Mann vom Film, „hier gibt es ja nicht mal eine Bar.“ Seit über 20 Jahren tourt er sommers durch Rumänien und Siebenbürgen, ent-lang dem Transeuropäischen Korridor der atemberaubenden Verkehrsströme zwischen Skandinavien und Türkei. Zum ersten Mal landet er nun abseits von den Magistralen in einem siebenbürgischen Dorf bei Sibiu/Hermannstadt, trifft auf die Bekannten von Bekannten und wundert sich. Die Antwort der anderen: „Wir wollen hier leben.“ >>> weiterlesen
14.März 2006
Nach der vierten europäischen Grenze suchen wir – der schwarzweiße Münsterländer-Mischling Linus, eine dunkelblonde Kandidatin der Politik- und Sportwissenschaft und ein grauer Prediger – im rumänischen Arad eine Tankstelle, bei der die Aufkleber für die Straßenbenutzung gekauft werden können. Ein Mann in einem stabilen Landrover mit württembergischen Kennzeichen fragt nach Woher und Wohin. Er stammt aus einer deutschen Familie in Kasachstan. Und hat anscheinend Glück gehabt in der neuen Heimat. Wir einigen uns schnell über Bürokratie in Deutschland, den ungewöhnlichen Fahrstil in Rumänien, über Freiräume und den Sinn von persönlichem Einsatz. >>> weiterlesen
23.Dezember 2005
Siebenbürgen-Drama, 2. Akt – E. Schlattners „Das Klavier im Nebel“
Um 6.00 Uhr früh am Montag, dem 04. April 2005, schließt Eginald Schlattner in sei-nem Schreibzimmer in Roşia/Rothberg die achte und endgültige Überarbeitung seines Romans „Das Klavier im Nebel“ ab. Im Februar hatte es von dem Buch noch gehei-ßen: „Es liegt in den letzten Zügen, löst sich von mir, wird fremd.“ Er hatte das Manu-skript durch einen Freund an den Verlag von Rumänien nach Wien bringen lassen. Das war vor 4 Jahren, und die letzte Hälfte davon hatte er dem Text immer wieder zugesetzt und dieser ihm. Nun sind es über 500 Seiten geworden. Nach allen damit verbundenen Strapazen schrieb er an jenem Morgen unter sein drittes Buch über Eu-ropa in Siebenbürgen nur noch ein einziges Wort: „Kaputt!“ Bei wiederholtem An-schauen schien es ihm am falschen Platz. „Ich habe es durchgestrichen und wie in alten Zeiten geschrieben SOLI DEO GLORIA“, erzählte er drei Wochen später in sei-nem Haus. Diesen Zusatz strich der Verlag. Schlattner aber nimmt in aller Herrgotts-frühe sich selbst beim Wort, geht zum Hoftor hinaus, das er im Schreibzimmer mittels einer einfachen Spiegelkonstruktion immer im Blick haben kann, und schließt die Kir-che auf, deren Informationstafel er mit dem Hinweis „Vor 1220 – älter als Berlin!“ ver-sehen hat. Eingetreten, legt er die Hände vors Gesicht und spricht: „Mein Herr und Gott, lass mir bitte nichts mehr einfallen zu dem neuen Buch!“ >>> weiterlesen
09.Dezember 2004
„Manfred Müller ist ganz oben oder ganz unten. Dazwischen gibt es nichts“, beschrieb vor einem Jahrzehnt ein Medienmensch seinen Kollegen. Diese Vereinfachung lässt den Akteur ebenso außer acht wie die Ursachen, die in den gesellschaftlichen Widersprüchen und politischen Kabalen liegen, in die der im Krankenhaus von Aue am 19.09.2004 Verstorbene hineinversetzt war. >>> weiterlesen
08.September 2004
Warum niemand mehr im Dorf Marmelade mache, frage ich. Die Holländer mit ihren Lkws voll Hilfsgütern würden ja wieder kommen, antwortet die Nachbarin. Manche waschen gar nicht mehr ihre Wäsche, sondern verbrennen sie, wenn der Haufen groß genug ist. Aer curat şi apă bună – saubere Luft und gutes Wasser – hätten sie, sagen Alte wie Junge und schütteln den Kopf, wenn ihnen jemand eine chemische Analyse zeigt, die das Gegenteil behauptet. Wir haben das immer getrunken, uns geht’s gut. Während ein netter Herr mittleren Alters eine Handvoll Düngergranulat neben seine Kartoffel in die Erde legt, versichert er ernsthaft: „100 Prozent biologisch.“
Rumänien, Land voll widersprüchlicher Bilder. Ich bin nun das dritte Jahr hier in einem Dorf Siebenbürgens. Die Gegend ist geschlagen von Abwanderung, vergessen von der Politik, besucht von wenigen – doch grundverschiedenen – Reisenden – und schlägt sich, wie der weite Rest des Landes, mit etlichen Problemen herum. >>> weiterlesen
30.Dezember 2003
Auch 15 Jahre nach dem Sturz Ceausescus ist unabhängige Berichterstattung in Rumäniens Medien kaum zu finden. Journalistische Arbeit ist auch heute noch ständig von Selbstzensur begleitet. >>> weiterlesen
23.November 2003
Mitte Oktober 2003 gab es in Rumänien ein Referendum zur Änderung des Grundgesetzes. Dadurch soll der EU- Beitritt juristisch ermöglicht werden. >>> weiterlesen
05.November 2003
Der Vollständigkeit halber der Verweis zum entsprechenden Beitrag in der Radiosendung “Europa von unten” zu den Aktivitäten gegen die geplante größte Goldmine Europas im rumänischen Rosia Montana. >>> weiterlesen
20.September 2003
In Siebenbürgen will eine kanadische Firma die grösste Goldmine Europas erstellen. Vier Berge sollen abgetragen und tausend Familien umgesiedelt werden. Das lassen sich nicht alle bieten. 350 Familien wollen Rosia Montana im Westen Rumäniens auf keinen Fall verlassen.
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16.September 2003
Es hat inzwischen noch einige Bilder und Eindrücke zum ersten NoBorder in Rumänien mehr im Netz. >>> weiterlesen
24.Juli 2003
Richard Schuberth nimmt in seinem Theaterstück „Freitag in Sarajevo“ all jene aufs Korn, die sich während der siége in die bosnische Hauptstadt begaben, um ihre kleinen kulturellen Scharmützel zu führen. Er beläßt es nicht bei Andeutungen und nennt die Belagerungsromantiker beim Namen. >>> weiterlesen
01.Mai 2003
Die Ermordung des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic rückte Serbien kurz ins Blickfeld der internationalen Öffentlichkeit. Ein Staatsstreich wurde verhindert, die Probleme sind jedoch noch lange nicht gelöst. >>> weiterlesen
23.Februar 2003
In die Nähe Kusturicas meinte jemand Kim Mehmetis Roman “Das Dorf der verfluchten Kinder” rücken zu müssen. Wenn Underground zur Idylle geworden ist, wird Mehmetis Buch womöglich als Liebeslied verstanden. Das ist es nicht.
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05.Februar 2003
Der Protest gegen die US-Kriegsvorbereitungen gegen den Irak konzentrieren sich in Irland auf den Flughafen Shannon. Vor dem Zivilflughafen Shannon der von den Amerikanern zum Auftanken ihrer Militärtransporter am Weg in die Golfregion mißbraucht wird, wächst das Shannon Peace Camp. >>> weiterlesen
20.Januar 2003
Hajrija Hrustanovic stammt aus einem Dorf in Bosnien. Mit ihren Kindern flüchtet sie zu Beginn des Krieges nach Österreich und findet Arbeit in einem Gasthof. Dort unterstellen ihr die Eigentümer einen Diebstahl. Das Trauma dieser Kränkung zwingt sie eines Tages dazu, ihre Geschichte niederzuschreiben. >>> weiterlesen
22.Dezember 2002
Karl-Markus Gauß unterwegs zu vergessenen Kulturen.
Wer schon ahnt in Deutschland mehr von den Lausitzer Sorben als ein vage aufsteigendes Bild kahnstakender Trachtenträger im Spreewald? Denen muß es ja gut gehen, sagt der Mehrheitsdeutsche und lehnt zufrieden zurück. Die albanisch sprechenden Arbëreshe in Kalabrien? Jüdische Sepharden in Sarajevo? Aromunen, Ruthe-nen? Rumäniens Siebenbürger Sachsen oder die Gotscheer in Slowe-nien – deutsch außerhalb des germanischen Monolithen? - Nein, bitte nicht, das geht zu weit.
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13.Juli 2002
Viorel aus einem Dorf in Siebenbürgen stirbt. Es ist das Sterben eines Mannes, eines Zigeuners. Keine Rrom, denn das wollte er nicht sein. Rrom ist genauso unscharf wie Zigeuner, letzteres aber eine Schublade, in die auch Viorel gesteckt wurde – zeit seines Lebens. Das Stigma der untersten sozialen Kaste tragend: in Würde sterben. Danke, Viorel! >>> weiterlesen
30.Juni 2002
Ich bin in Alzen gewesen. Das Schild am Ortseingang sagt mir Altîna, sagt weniger Willkommen! als wo ich bin. Die Häuser an der Straße stehen stumm und sagen Sachsenland, Altes Land – schau, wo du bist. Die Kirche, die der Protestanten, thront über ihrer eigenen Geschichte: Früher ein typisches Sachsendorf, heute rumänische Sprache und neue Mehrheiten. Rechterhand an einem Hang, als hätte jemand mit der Hand etwas zur Seite geschoben, liegt Klein-Berlin. Eine Zigeunersiedlung, so höre ich. Welche Zunge ihr diesen Namen verlieh, erfahre ich nicht, genauso wenig, welche Idee sich mit der Taufe verband. Das verfallene Bürgermeisteramt – einst ein k.u.k.-Prachtbau, wird erzählt – in der Mitte Alzens ist verschwunden, und so ist, von Hermannstadt kommend, der Blick frei: halb durch den Ort hindurch, halb über ihn hinweg.
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19.Mai 2002
Das Reisen mit dem Zug gehört wirklich zum Erfahren. Mag einer die Strapazen überfüllter Waggons beklagen, jemand anders ewig verdreckte Klos: ich genieße die Veränderung der Landschaft, der Architektur, Sprache und menschlichen Habitus von Station zu Station. Auch die ganz normalen Grenz-Erfahrungen gehören mit dazu. Diesmal war es aber mehr ein Binnen-Erlebnis. In Belgrad stieg ich um in einen Kurswagen, der von Ljubljana über Skopje bis Thessaloniki fuhr. Mit dabei eine Polizei-Patroullie, denn der Zug fährt durch Bujanovac und das Pre¨evo-Tal, jene südserbische Region, in der albanische Nationalisten bis zum vergangenen Sommer eine zweite Ausgabe des Kosovo-Konfliktes zu lancieren versuchten. Nach intensiven Bemühungen konnte das Gebiet vorerst beruhigt werden; eine angemessene Vertretung der albanischen Bevölkerung, ein Fernsehprogramm und anderes waren der angemessene Preis. Dennoch ist weiterhin viel Polizei präsent.
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04.April 2002
Drei Wochen sind wir mittlerweile hier und kommen immer noch an. Der Frühling hat sich so langsam durchgerungen, die Dorfhirten sind vergangene Woche neu gewählt worden; das Vieh zieht wie gewohnt des Morgens aus dem Dorf, tagsüber in Sichtkontakt um selbiges herum, bevor gegen sieben Uhr abends ein blökende, grunzende und muhende rush-hour einsetzt.
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03.März 2002
Ivana Spasić vom Institut für Sozialtheorie und Philosophie - Belgrad leitet die erste große Sozialstudie seit dem Sturz von Milo¨ević. >>> weiterlesen
01.Dezember 2001
William Totok, rumänischer Publizist erläutert die Zusammenhänge zwischen den Wahlerfolgen des rechtsextremen Parteiführers Tudor und der latenten Verharmlosung der rumänischen Kolaborationsregierung 1938 - 1945. >>> weiterlesen
21.November 2001
AIM, das Alternative Informationsnetzwerk unabhängiger Journalisten und Journalistinnen auf dem Balkan, hat ein Dossier veröffentlicht, das die möglichen Konsequenzen der aktuellen Krise für die ganze Region zu analysieren versucht.
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01.November 2001
Ein Interview mit Peter Schmid von der Internationalen Transportarbeiter-Föderation: “Sklaven zur See” für Europa von unten (11/2000).
03.August 2001
Eine serbische Kleinstadt klagt Deutschland wegen der NATO-Bombardements >>> weiterlesen
02.Juli 2001
Im Februar 2001 publizierte die Hamburger Zeitschrift “Die Woche” eine Landkarte mit den sogenannten “National befreiten Zonen”. Die Gebiete bezeichnen aus Sicht der Betroffenen rechtsextremer und rassistischer Gewalt, Angst- und Bedrohungsräume, die sich zumeist im östlichen Teil Deutschlands befinden. Diskriminierende und ausgrenzende Tendenzen bis hin zu körperlicher Gewalt sind dort vorzufinden. >>> weiterlesen
04.Juni 2001
Als der Schriftsteller, Soziologe und Psychologe György Konrád am 24. Mai den diesjährigen Karlspreis erhielt, verzichtete er in seiner Dankesrede nicht darauf, daran zu erinnern, daß dieser Preis zuvor zwei wichtigen Repräsentanten für die NATO-Bombardierungen Jugoslawiens 1999 zugesprochen worden war. Konrád hatte diesen Krieg auf das Schärfste kritisiert.
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02.Juni 2001
Eine Einschätzung von Drasko Duranovic Chefredakteur des unabhängigen Wochenmagazins “Monitor” und der AIM-Redaktion in Podgorica/Montenegro. >>> weiterlesen
30.Mai 2001
Mitte Februar fuhr ich von Kärnten durch Slowenien, Kroatien und die Vojvodina im Zug nach Belgrad - mit Bozas Einladung, dem Visa und allerlei dingend empfohlenen wie überflüssigen Halbdokumenten im Gepäck. Mein zweites Visum überhaupt; im November 1989 einmal Stunden schlangestehen, um mir von spätpreussischen Beamten ein “Visum zur Ausreise in die BRD” in den Personalausweis stempeln zu lassen. Februar 2001: Visum, die zweite. >>> weiterlesen
31.Mai 2000
Vor und während des Kosovo-Krieges suchten wieder einmal etliche junge Männer, zum Teil mit ihren Familien, ihr Heil in der Flucht vor dem Töten und Getötet-Werden. >>> weiterlesen
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